Mythos Bandoneonklang

Name: Norbert Gabla

Sehr geehrter Herr Haas,
Ihr Artikel über das Arnold-Akkordeon hilft leider gar nicht, den Mythos Bandoneonklang zu entzaubern.
– außer der Stimmzunge soll gar nichts vibrieren oder resonieren, das nimmt nur der Zunge die Energie.
– allein durchgehende Stimmplatten machen keinen Bandoneonton, da würden sonst Bayans auch nach Bandoenon klingen, was sie aber gar nicht tun.
– wenn ich mich auf die Diskantseite beschränke, dann benötigt man eine kurze obertonärmere Zungenmensur
– Im Diskant ist beim Akkordeon (auch bei dem Arnold-Akkordeon) der 8-Fuß und der 4-Fuß in der Regel stehend montiert. Beim Bandoneon hängen die Zungen im 8-Fuß, und liegen im 4-Fuß, das gibt ganz andere Obertonverhältnisse.
Das i-Tüpfchen können dann durchgehende Stimmplatten aus Zink sein, weil das damals verwendete weiche Zink wiederum dissonierende Obertöne verhindert und die erhöhte Masse ungewollte Resonanzen minimiert.
Meines Wissens wurde nie versucht, wirklich konsequent den “Bandoneonton” mit einem Akkordeongehäuse zu verwirklichen. Aber es wäre bei absoluter Konsequenz überhaupt kein Problem. Nur hat das noch keiner wirklich versucht. Und so werden die Bandoneonmärchen weitergetragen. Abgesehen davon werden oft Oktavtönige Bandoneons mit Schwebeton-Akkordeons verglichen, das ist eh lächerlich.
Ich hoffe ein wenig zur Entzauberung beigetragen zu haben.
Liebe Grüße
Norbert Gabla

1 Kommentar

  1. Hallo Norbert Gabla,
    die untersee-akkordeons klingen – ohne metall und plastik inside – wunderbar nach bandoneon.
    Offenbar werden die einzelnen stimmen beim piandoneon zu einer platte verklebt – sie spielt also doch eine rolle, die durchgehende stimmplatte.
    was den bajan angeht: im oktavregister klingt auch er obertonreich, hell und scharf und damit tasächlich nach orgel und bandoneon (wenigstens das jupiter).
    Ich frage mich: sollte man nicht auf basis des arnold instrumentes in der lage sein, die nötigen modifikationen vorzunehmen metall raus, holz rein)?

    quetschko

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